lightblue.gif

Botschaft

DIE BOTSCHAFT VON FATIMA

 

1. Erscheinung am 13. Mai 1917

An diesem 13. Mai hüteten die drei Kinder wie üblich ihre Schafe in der Umgebung ihres Wohnortes Aljustrel. Dort besassen dos Santos zwei Grundstücke, ein sehr Fruchtbares für den Gemüseanbau und karges Weideland mit Oliven, Eukalyptusbäumen und Steineichen. Während die Schafe weideten, assen die Kinder ihren Proviant und fingen an zu spielen. „Auf einmal“ – so erzählt Lúcia – „sahen wir einen Blitz. Wir beschlossen, nach Hause zurückzukehren, da wir glaubten, ein Gewitter wäre im Anzug. Da sahen wir auf einer Steineiche eine weissgekleidete Frau, glänzender als die Sonne. Sie strahlte Licht von sich aus, klarer und intensiver als ein Kristall, der von Sonnenstrahlen durchflutet wird. Die Frau, schön wie eine Göttin, sagte: „Habt keine Angst. Ich tue euch nichts Böses!“ Da fragte Lúcia: „Woher kommen Sie?“ „Ich bin vom Himmel", war die Antwort. „Und, was wollen Sie von mir“, fragte Lúcia etwas kühner. „Ich bin gekommen, euch zu bitten, an den folgenden 6 Monaten, jeweils am Dreizehnten zur selben Zeit, hierher zu kommen. Später sage ich euch, wer ich bin und was ich will". Nach einigen Augenblicken stellte die unbekannte Dame den Kindern die Frage: "Wollt ihr euch Gott darbieten, um alle Leiden zu ertragen, die Er euch zukommen lässt, als einen Akt der Wiedergutmachung für die Sünden, durch die Er beleidigt wird und als Bitte um die Bekehrung der Sünder?" „Ja, das wollen wir", erklärte Lúcia spontan im Namen aller. Die schöne Senhora erwiderte: „Ihr werdet viel leiden, aber die Gnade Gottes wird eure Stärke sein". In dem Augenblick öffnete sie die Hände und übermittelte uns ein so starkes Licht, das uns durch die Brust und bis in die tiefste Tiefe unserer Seele drang. Es liess uns selbst in Gott schauen, der dieses Licht war, viel klarer, als wir uns im besten Spiegel sehen können. Und sie fügte hinzu: „Betet jeden Tag den Rosenkranz, damit die Menschen den Frieden der Welt und das Ende des Krieges erlangen.“

Daraufhin, so erzählt Lúcia, begann sich die Gestalt freudig in östliche Richtung hin zu erheben, bis sie, von lebendigem Licht umgeben, im weiten Weltraum verschwand. Die Kinder blieben noch den ganzen Nachmittag in der Cova und vereinbarten, mit niemandem über dieses Geheimnis zu sprechen. Doch die kleine, lebhafte Jacinta, welche immer wieder voller Entzückung ausrief „welche schöne Senhora“, verriet ihrer Mutter noch am gleichen Abend das Geheimnis.

Symbolerklärung

Die drei Seherkinder hüten ihre Schafe auf Geheiss ihrer Eltern. Noch sind sie in einem Alter, wo das Horchen auf ihre Eltern sie zum Gehorsam verpflichtet. Deshalb die Frage Lúcias: „Was wollen Sie von mir?“

In der Bitte der Gottesmutter, jeweils am 13. in die Cova zurückzukommen, verbirgt sich eine gewaltige Hochachtung vor der persönlichen Freiheit jedes einzelnen Menschen, selbst des Kleinsten. Der Himmel zollt der persönlichen Gewissensfreiheit Respekt, zwingt nicht, sondern fragt an: „Wollt ihr euch Gott aufopfern für die Bekehrung der armen Sünder?“ Voller Begeisterung über die Anmut und Schönheit der unbekannten Dame, willigt Lúcia sofort in diese Frage ein, ohne die Konsequenzen ihres Entscheides abzuwägen. Der Hinweis folgt unmittelbar danach: „Ihr werdet viel zu leiden haben, aber die Gnade Gottes wird euch stärken.“ Dass sich die Gestalt darauf „freudig“ in östliche Richtung erhebt, deutet darauf hin, wie sehr sich der Himmel über das spontane Vertrauen und die aufrichtige Hingabe der Kinder freut, ein Vertrauen, das noch kein Wenn und Aber kennt. Während die intelligenten Erwachsenen mit der Zerstörung der Erde beschäftigt sind, beginnt Gott mittels ungebildeter Kinder seinen Rettungsplan. In diesem Plan haben alle seine Kinder Platz, ohne Zertifikate. Sie dürfen ihre Gefühle des Leidens, der Schmerzen, der Einsamkeit, der Ohnmacht und der Krankheit bringen, kurz, all ihre Wunden und ihre Verletzungen. Und welcher Mensch – mit oder ohne Zertifikat – könnte nicht solche aufweisen?

 

<< zurück | weiter >>


Copyright ©1995-2009 BAM-Pilgerreisen Schweiz. Privacy Policy